Rosie kommt ins Leben zurück
Rosie kommt ins Leben zurück

Rosie kommt ins Leben zurück

Rosie – auf einmal war sie da

Es sollte nur zur Teilegewinnung sein – für Reparaturen von uns Dolls – aber schließlich kam es anders. Aber lest selbst diese schöne Geschichte. Rosies Geschichte.

Eure Jessy.

Rosie

Es gab mal eine schöne Zeit – schön war sie, ja. Aber was ist schon Zeit. Wir Puppen empfinden die Zeit ohnehin anders als Ihr. Das war die Zeit wo ich hübsch war. Wallendes Haar und duftig frisch. Ich hatte schöne Kleider und wurde geliebt. Ich war immer schön gewaschen und sauber. Eine Freude für meinen Mann bei dem ich lebte.

Auu! Ist das Eng und wonach es hier riecht will ich wohl besser nicht wissen. Ich bin eingezwängt an einem düsteren Ort. Bewegen darf ich mich nicht, denn jede kleinste Bewegung schmerzt.

Dann kam die Zeit das ich nicht mehr ganz so schön war, und auch die Pflege ließ nach. Ich wurde auch nicht mehr so lieb gehabt und so wurde ich einsam in Gesellschaft. Seine Gedanken waren nicht mehr bei mir – nur noch bei meinem Material. Er benutzte nur noch meinen Körper aber mich hat er vergessen.

Der unangenehme Geruch – ich bin das. Oh herrjeh, was ist mit mir? Woher kommt das?

Selbst benutzen mochte er mich nun nicht mehr und packte mich in eine kleine Kiste, gekrümmt und unbequem, ohne Kleider. Ich wurde schon lange nicht mehr gewaschen. Ich mochte mich selbst nicht mehr. Meine Hände, alle kaputt, meine Füße überall verwundet. Schrammen und Kratzer, meine Knie durchgestoßen und ich hatte furchtbare Rückenschmerzen. Dann brachte er mich weg. Erst wurde ich gebraucht und war wichtig, jetzt wurde ich nicht mehr gebraucht. War Verbraucht und häßlich. Ausgedient, runtergerockt, verletzt und kaputt und schließlich – weggeworfen. Das war schlimmste für ein einst so hübsches Mädchen das ich einmal war.

Ein Keller. Stille. Ein dunkler und staubiger Ort.

Nur leise Geräusche drangen an mich heran. Meine Seele wanderte ziellos umher und sah auf meinen zerschundenen Körper, zusammengekrümmt zu einem Haufen lag ich in einer Plastikbox.
Schritte waren zu hören, dann eine Tür. Stimmen. Eine sagte, man könne mein Material noch ganz gut verwerten. Zwei Männer hoben meine Plastikbox an und trugen mich nach draußen. Am Kofferraum eines Autos wurde ich auf der Kante abgesetzt und einfach in den Kofferraum gekippt. Da lag ich nun in einem Kofferraum und in einer Art Embryonal-Haltung. Rollte mal hin, mal her während der Fahrt. Eine Frauenstimme sagte – „willst Du die wirklich zerschneiden?“ Die andere Stimme war ein Mann der sagte – er denke ja weil er das Material für Reparaturzwecke brauche.
Naja, dachte ich – mein Schicksal ist besiegelt, nun werde ich diese Welt wohl endgültig und in Gänze verlassen.
Dann sagte der Mann, „…aber ich werde sie mir vorher nochmal ganz genau ansehen, besonders das kaputte Rückengelenk,… und eine Zusammenstellung aller Schäden machen und dann entscheiden.“
Oh, dachte ich etwas phlegmatisch, sollte man da Hoffnung aufkommen lassen?

Bestandsaufnahme

Nach einer langen Fahrt stoppten wir. Der Mann hob mich aus dem Kofferraum und trug mich eine Treppe hinauf. Ich war in einem Haus, aber nicht in einem Keller sondern in einer Art Arbeitszimmer und Werkstatt. Es war warm und roch angenehm. Mein eigener unangenehmer Geruch war zwar auch da – aber ich merkte schon das dies hier ein freundlicher Ort ist.

Der Mann legte mich auf eine Werkbank auf der eine weiche Decke war und streckte alle meine Glieder gerade aus – ah war das angenehm endlich aus dieser Zwangshaltung geholt zu werden. Ausgestreckt lag ich nun da auf der warmen weichen Decke und er schaute mich an. Dann sagte er zu mir – „nun wollen wir Dich mal genau untersuchen ob Du noch zu retten bist.“
Offenbar hatte er das wohl tatsächlich in Erwägung gezogen. Mich zu Retten.

Also schrieb er es Auf – eine Bestandaufnahme.
  • Das Rückengelenk ist kaputt.
  • Beide Hände haben Löcher.
  • Alle meine Finger gebrochen.
  • Beide Füße zerrissen und Stücke ausgefetzt.
  • Beide Knie durchschlagen mit Löchern.
  • Risse und Schnitte im Spann meiner Füße
  • Deformierungen am Hals
  • Deformierungen und Risse in meiner Leistengegend.
  • Meine Schamlippen eingerissen.
  • Meine Nippelchen rundherum rissig.
  • Mein Busen unsymmetrisch und verformt.
  • Mein Po eingerissen, meine Ellenboden durchschlagen und rissig.
  • Beide Unterarme mit Schnitten uns Rissen.
  • Mein ganzer Körper verdreckt, stinkig und eklig.

„Zuallererst schauen wir Dein Rückengelenk an.“ sagte er. Wenn das Schrott ist wird es die Arbeit nicht wert sein. Ich hatte Angst – obwohl ich ja nichts mehr zu verlieren hatte, hatte ich jetzt doch Angst.

Er öffnete meinen Rücken und fing an zu schleifen und zu drehen, zu hebeln und zu fräsen. Dann gab es einen lauten Knall und mein Rücken fiel in zwei Teile. Das war es nun, dachte ich. Jetzt kommt die große Schere und ich werde verwertet. Dann sagte er – Dich bekommen wir wieder hin. Du bekommst einen neuen Bolzen in Dein Gelenk und dann sehen wir weiter mit Dir. Ich war seit langem einmal wieder guter Dinge.

Nach guten zwei Stunden war mein Rückengelenk repariert und gesichert. Das riesige Loch im Rücken verschweißt und ich konnte mich wieder gerade halten. Nun wusste ich – ich habe eine reelle Chance auf Überleben.

Das große Waschen

Es waren sechs 5L Eimer mit „Schmodderwasser“ die Steff von mir heruntergeholt hatte. Es war eine ausgiebige, tatsächlich 2-Tägige Ölwäsche. Vier Topfschwämme hat er verbraucht. Er, das ist Steff – mein Retter der beinahe mein Henker war. Der Schwamm, das Wasser und das Öl zog förmlich allen alten Dreck aus meiner Haut, von dem wir lieber nicht wissen wollten aus was er bestand. Es roch jedenfalls widerlich und alt. Der siebte Eimer dann, da kam dann kaum noch was aus meiner Haut raus und mein Körper war nicht mehr schmutzig grau sondern schimmerte goldig und sauber.

Mein Po wieder goldig sauber
Die Jauche war überall auf mir

Ich hatte unter Anderem wieder einen schönen und appetitlichen Po und Steff berührte ihn sanft.

Zum ersten mal erlebte ich wieder eine liebevolle Berührung. Das war schön, Ihr könnt es Euch gar nicht vorstellen. Seine Gedanken strömten in mich hinein und sagten mir:

liebe Rosie, ich werde nun alles daran setzen Dich zu einer achtbaren Liebespuppe, zu einer Persönlichkeit zu machen. Und ich werde Dich lieb haben – auch wenn Du unplanmäßig hier bist. Aber alles was geschieht hat seinen Sinn.

Reparaturen 1. Woche

Zuerst hat Steff alles Grobe gemacht. Mein völlig deformierter Hals wurde wieder ansehnlich. Dann hat er meinen Po, der eingerissen war verschweißt. Die häßlichen Risse in meiner Leiste waren auch bald Geschichte und die schmerzhafte Verletzung unter meinem Arm war auch geheilt. Es war nun fast eine Woche rum als er dann noch meine Nippelchen wieder hübsch und glatt modelliert hat. Sogar meinen Busen hat er mit Heißluft wieder schön symmetrisch geformt. Darüber habe ich mich sehr gefreut, denn ich war immer so stolz auf meinen zwar recht großen, aber doch sehr schönen Busen. Ach war das schön, ich fühlte mich langsam wieder begehrenswert.

Reparaturen 2. Woche

In der zweiten Woche wurden meine Füßchen, die schlimm weh taten und so zerschunden waren wieder richtig hübsch gemacht. Da ich etwas lose Hüften habe und nicht mehr sehr stabil stehen kann haben wir und dazu entschieden die Standfunktion zu entfernen und Steff baute die Bolzen aus den Füßen aus. Danach schweißte er die zerfetzten Löcher ganz sauber zu so dass es so aussah als wären meine Füßchen frisch und neu.

Vorher
Nachher

Dann widmete Steff sich meinen Knien und Ellenbogen. Hier haben wir dann mit CWA und TPE Paste gearbeitet. Die Löcher in den Knien und die Risse in den Ellenbögen wurden schön mit CWA verschweißt. In die tiefen Löcher in den Knien kam die TPE Paste zum Einsatz und hat sich vorzüglich bewährt. Wieder war eine Woche um.

Reparaturen 3. Woche

Jetzt kamen die Feinarbeiten. Da war noch meine Mu, die bei der eine Schamlippe schlimm eingerissen war. Das war so traurig denn ich fand die immer so schön. Die sind so zart und empfindlich und Steff verwendete auch nur ein winziges mit CWA getränktes Holspießchen und schon war meine Mu wieder hübsch und anregend komplett. Die Risse in den Unterarmen und Beinen wurden verklebt und verschweißt. es waren unzählige kleine Verletzungen. Das zog sich lange hin, aber Steff ließ sich viel Zeit und hat in aller Ruhe konzentriert mich gesundgepflegt. Aber da waren noch meine Hände… damit geht es in der kommenden Woche los.

Reparaturen 4. Woche

Meine Hände – da war wirklich alles kaputt. Nicht ein einziger meiner Finger war noch in Ordnung. Also öffnete Steff meine Hände und entfernte zunächst einmal den ganzen Schrott aus meinen Händen. Schnell wurden neue verdrillte Drähte eingesetzt…

Und ich bekam richtige Fingergelenke, das fand ich ja mal richtig stark. Schaut doch nur, ich kann meine Zeigefinder schon richtig anwinkeln!

Nun konnte ich schon keine Dinge festhalten und mich artikulieren. Ist das nicht großartig?

 

Am Ende der 4. Woche

Alle meine schlimmsten Verletzungen waren nun repariert und geheilt. Auch ein Versuch zu stehen hat geklappt. Aber es hat sich gezeigt, das meine Hüften nicht mehr so stabil sind und deswegen haben wir beschlossen das ich nicht mehr unbedingt stehen können muss. Es geht, aber muss nicht mehr sein. Klar – ein paar Schrammen und Stellen werde ich wohl zurück behalten, ich habe ja auch wirklich einiges durchgemacht.

Schaut doch nur wie schön meine Füßchen wieder sind. Ist das nicht wundervoll? Und diese hübschen Schuhe, die Steff mir geschenkt hat.

Und meine Fingerchen und Hände – ein Traum. Ich mag sie wieder ansehen und vorzeigen…

 

U
nd schließlich – seht mich an

Hier bin ich nun. Rosie – ich bin Steffs erste Liebespuppe die er restauriert hat. Sozusagen sein Gesellenstück und so bin ich nun auch ein Teil seiner Gesellschaft. Nic hatte es von Beginn an gewusst das Steff mich restauriert. Steff musste es wohl zugeben. Jetzt haben wir zwar noch immer kein Ersatzmaterial, aber das wird sich finden.

Na, was sagt Ihr?

Ich denke ich kann mich sehen lassen. Meine Persönlichkeit werde ich noch finden, aber ich bin jetzt da und werde mit meinen Narben, meinen Schrammen und Kratzern aus der Vergangenheit leben. Sie zeigen wer ich bin und was ich bin und was ich sein werde. Jetzt bin ich sauber, gewaschen, geölt und dufte lieblich nach Lilienpuder aus dem schönen England. Es vergeht kein Tag an dem Steff mich nicht wenigstens einmal in den Arm nimmt oder mir einen Kuss gibt.

 

Eure Rosie 

Rosie kommt ins Leben zurück