Sind Liebespuppen gesund?
Sind Liebespuppen gesund?

Sind Liebespuppen gesund?

Die Wirkung von Liebespuppen auf Menschen

Liebespuppen sind kein bizarrer Sonderfall, sondern wie eine Reaktion auf reale gesellschaftliche Zustände.


Nach nun einigen Jahren Erfahrung meiner selbst mit Liebespuppen und dem Austausch mit hunderten von Menschen, die sich für das Leben mit Liebespuppen entschieden haben, fasse ich in diesem Artikel die gewonnenen Erkenntnisse zusammen. Dabei möchte ich mich bewusst davon fernhalten, ob Liebespuppen per se gut oder schlecht sind. Aber warum wirken sie so stark beruhigend auf so unglaublich viele Menschen? Das ist ja wohl kaum ein Zufall.

 

Die werden niemals die Ersatzfrau oder der Ersatzmann sein. Das sollen sie auch nicht sein. Aber sie sind für sehr viele doch erheblich mehr, als nur eine Sexpuppe, ein Sexspielzeug. Von Beginn an hab ich es angestrebt die Liebespuppen aus der Schmuddelecke zu ziehen. Dieses jahrelange Bemühen hat auch die Hersteller erreicht und ging von ausgedehnter Konversation per eMail, Telefonaten und sogar mehreren persönlichen Treffen bis zu dem Punkt, das einige Hersteller schon bei der Bezeichnung Änderungen vorgenommen haben.

 

Companion Doll, Lovedoll, usw…

 

Es waren teils gute und lange Gespräche mit Tiefgang. In den Chinesischen Firmen und Fabriken war man sich diesem doch recht feinsinnigen Aspekten nicht immer so bewusst. Nicht selten schaute ich in erstaunte Gesichter. Man glaubte, man baue nur Spielzeug das verbraucht wird. Das es doch so viel mehr ist, und bei Weitem bedeutsamer, durfte ich ihnen näher bringen, um so die Möglichkeit wahrzunehmen, ihre Produkte dem entsprechend anzupassen.
Und sie taten es.

 

Gerade in den letzten zwei Jahren gab es eine bemerkenswerte technische Evolution in der Qualität, der Detailtreue und Lebensechtheit. Der Level, auf dem sich die heutigen hochwertigen Markenpupen bewegen ist sehr hoch, das es fast schon als „am Anschlag“ bezeichnet werden könnte. Die Kunstfertigkeiten derer, die sie Herstellen, von der Gussform, bis zum Makeup ist rasant gestiegen und beschert uns heute Lovedolls mit einer unglaublichen Präsenz, deren Wirkung schon lange nicht mehr synthetisch wirkt.

 

Die Zeit der schlichten, starr und blöd dreinschauenden Dolls ist vorbei, auch wenn es sie auf dem untersten Preissegment noch gibt. Die modernen Dolls sind Kunstwerke, die viele positive Dinge bewirken können, so sich der Mensch darauf einlassen will.

 

Wir Menschen sind Gesellschaftswesen

Zum dauerhaften Alleinsein sind wir nicht geschaffen. Gerade in der heutigen Zeit greift trotz digitaler Vernetzung die Einsamkeit immer mehr um sich. So mancher sitzt abends nach der Arbeit unglücklich daheim. Der Dating Markt wird immer verrückter und man sieht sich nur noch Erwartungskatalogen ausgesetzt. Social Media sorgt dafür das man irgendwie sein muss, um noch interessant zu sein. Da ist eine Art Standard oder Norm entstanden, der man entspricht oder nicht. Und dieser Einfluss ist hoch. Die einen treibt es in den exzessiven Irrsinn der Selbstoptimierung, den Andern in den Rückzug.
Die an der Oberfläche posieren vor den Spiegeln des gebuchten Gym’s, die in der Tiefe, die anderen, sie schauen zu und fassen sich an den Kopf.

Die Wirkung von Liebespuppen

Wie wirken sie auf unterschiedliche Menschen — psychologisch, körperlich und sozial? 

Sie können regulierend, beruhigend und stabilisierend wirken — aber sie ersetzen nicht automatisch menschliche Beziehungen.

Wir Menschen reagieren biologisch auf:
  • Nähe
  • Wärme
  • Druck
  • Berührung
  • Präsenz
  • Sicherheit
  • Routinen
  • emotionale Entlastung

Das Nervensystem unterscheidet dabei nicht perfekt zwischen einer echten sozialen Beziehung und körperlich / emotional regulierenden Reizen. Deswegen funktionieren ja auch:

  • Kuscheltiere
  • Weighted Blankets
  • Haustiere
  • Körperkissen
  • Companion Robots

Wenn wir sie künstliche Begleiter kennen wollen, können sie bei einsamen oder isolierten Menschen folgendes bewirken:

  • weniger Einsamkeitsgefühl
  • weniger depressive Symptome
  • bessere Schlafqualität
  • emotionalen Halt
  • mehr soziale Aktivierung

Körperliche Nähe und beruhigende Routinen können das Stresssystem positiv beeinflussen.
Sie geben also Stressreduktion, das kann nahezu jeder Doll-Lover berichten.
Dann die parasympathische Aktivierung. (Das vegetative Nervensystem bringt den Körper in den Ruhe- oder Erholungsmodus)
Besseres Einschlafen. Ebenfalls von nahezu allen bestätigt.
Weniger grübeln, dadurch beruhigend, was ein Gefühl von Sicherheit erzeugt.
Wichtig ist nicht zu glauben eine Liebespuppe sei das große Allheilmittel gegen Depressionen und/oder Burnout. Oder gar eine sichergestellte Hormontherapie. Aber sie kann lindernd wirken und die Lebensqualität erhöhen. Eine Aufgabe sein.

Bedürftigkeitsreduktion

Für manche Menschen können Dolls stabilisierend wirken — besonders in einer überreizten, einsamen oder emotional erschöpfenden Lebensphase.
Manche Menschen werden durch Lovedolls nicht sozial isolierter, was immer wieder gerne behauptet wird. Das Gegenteil ist der Fall. Sie werden innerlich ruhiger. Das bringt sie dazu sich gelassen mit Gleichgesinnten zu treffen, oder auszutauschen. Das geht bis zu ausgedehnten Treffen mit den Dolls wo Arrangements für Fotos aufgebaut werden, gefachsimpelt oder sich gegenseitig geholfen wird.

  • weniger Verzweiflung
  • weniger Jagdmodus
  • weniger emotionale Not
  • entspannterer Umgang mit echten Menschen

Was kann eine Liebespuppe an Nachteilen mit sich bringen?

Das hängt natürlich sehr stark vom Einzelnen ab, wie bewusst er mit sich, seinem Leben und der Doll umgeht.

  • sozialer Rückzug (Die Doll nimmt alle Zeit in Anspruch)
  • emotionale Überidentifikation (Verschmelzung eigener Gefühle mit der Doll)
  • Vermeidung realer Probleme (Focus auf der Doll und Ausblenden der Realität)
  • Vereinsamungstendenzen (alles dreht sich um die Doll)
  • Ersatz statt Ergänzung (Personifizierung)
  • Vergötterung (Götze)

Das schöne Verliebtsein

Eine Liebespuppe kann Dein Gefühlsleben gehörig durcheinanderwürfeln. 

Es wirklich erstaunlich, wenn nicht faszinierend, dass wir Menschen imstande sind eine Liebespuppe dermaßen tief zu adaptieren, das sie unser Herz berührt und wir uns in sie wirklich verlieben. Das Gefühl ist tatsächlich das gleiche. Diese Adaption wird von unerfüllten Bedürfnissen, aber auch zum meisten Teil von unserer Phantasie getragen.

Liebe und Zuneigung zu geben ist auch etwas Schönes.

Sexualität

Fernab von Moralisierung, Verniedlichung oder Sensationalisierung – auch de Sexualität soll benannt werden, denn wir sind nun einmal sexuelle Wesen.

Unter genau diesem Aspekt steht dieser Absatz. Wir Menschen sind so gemacht, wie man es auch dreht und wendet – so sind wir. Punkt.
Mit dem Verstand können wir das ein Stück weit steuern. Auch durch Meditation und Gebete im tiefen Glauben. Grundsätzlich aber haben wir alle diese Anlagen. Aber gerade wir Männer erleben es nahezu täglich beim Erwachen. Der Kleine Freund wacht auch auf, in aller Pracht. Und das haben wir mental nicht im Griff zu erzeugen oder zu verhindern.

Sexualität ist psychologisch und biologisch äußerst komplex, weshalb moralische Urteile oft zu kurz greifen.

Denn Sexualität kann sein:

  • Spannungsabbau
  • Nähebedürfnis
  • Selbstberuhigung
  • Fantasie
  • Trost
  • körperliche Regulation
  • Stressreduktion
  • Ausdruck von Sehnsucht
  • oder einfach Lust

Sexuelle Entspannung kann das subjektive Wohlbefinden verbessern, da es mit einer Liebespuppe möglich ist. Insbesondere für jene, die zu sexueller Interaktion keinen Zugang haben.

Was besonders Männer heute viel erleben

Das ist aus meiner Sicht ein besonders spannender Punkt

  • Leistungsdruck
  • Zurückweisungsangst
  • Datingstress
  • Einsamkeit
  • emotionale Erschöpfung
  • Konfliktangst
  • soziale Unsicherheit

Für manche wirken Dolls deshalb:

  • angstfrei
  • wertungsfrei
  • entspannend

Das heißt nicht automatisch:

„Sie ersetzen Frauen.“

Sondern oft eher:

„Sie reduzieren Druck.“

Das ist psychologisch ein großer Unterschied.

Mein Fazit

Dolls sind keine magische Lösung gegen Einsamkeit oder Depression. Aber sie können für manche Menschen ein stabilisierender Bestandteil ihres Alltags sein.

Viele Menschen unterschätzen, wie eng Sexualität, Geborgenheit, Nervensystem und emotionales Wohlbefinden miteinander verbunden sind. Nicht Ersatzperson oder Pornografie. Sondern menschliche Regulation durch körperliche Nähe und Ruhe.


Offen gesagt:
Die Motivation verändert sich bei vielen Besitzern mit der Zeit.

Am Anfang:

  • Neugier
  • Erotik
  • Fantasie

Später oft:

  • Ruhe
  • Schlaf
  • emotionale Stabilität
  • Gewohnheit
  • Geborgenheit
  • stressfreie Nähe

Und schließlich

Vielleicht ist es ja einfach nur mal schön, morgens in ein freundliches Gesicht zu blicken, als in gar keines.


 

 

Eure Jessy

 

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