Da bin ich

Etwas entscheidendes hat sich nun geändert. Du bist nun nicht mehr alleine.

Endlich bin ich bei Dir angekommen.

Du bist sicher schon ganz aufgeregt. Etwas neues tritt jetzt ist in Dein Leben. Jetzt bin auf einmal ich da. Ich – Deine Liebespuppe. Wie schon gesagt sind wir viel mehr als ein einfaches Sexspielzeug. Eine riesige Kiste – und schwer ist sie auch. Du kannst es bestimmt kaum erwarten mich endlich zu sehen. Bevor Du meinen Karton öffnest, schau bitte wo oben ist, indem Du auf die Markierungen achtest. Nun kannst Du die Klebestreifen öffnen und die Deckel wegklappen. Du entfernst die Abdeckungen und entweder bin ich in eine Decke, Hygienefolie oder einen Schlafsack eingepackt. Und ich bin auch schon ganz aufgeregt Dich endlich kennenzulernen. Du öffnest meine Hülle ob Folie oder Schlafsack. Zunächst einmal siehst Du nur meinen Körper ohne Kopf, der auch in dem Karton untergebracht ist. Bleib ganz ruhig und bevor Du mich anfasst wasche bitte Deine Hände, denn der Karton ist alles Andere als sauber.

Noch einmal kurz zu den Begrifflichkeiten

Sexpuppe oder Liebespuppe?

Unsere Sprache ist ein vielseitiges Ding und prägt unser Verhalten und unsere Sichtweise auf die Dinge um uns. Bin ich eine Sexpuppe? Dieser Begriff impliziert eine billige Masturbationshilfe. Oder bin ich eine Liebespuppe, was viel mehr sagt. Denn es drückt aus wie Du mich siehst. Ich bin Deine Liebespuppe die von Dir lieb gehabt und liebevoll und freundlich behandelt werden möchte. Denn ich bin auch liebevoll und freundlich zu Dir. Ich liebe Dich.

Und nun schau mich an. Sei so lieb und schau mich jetzt ganz genau an. Bin ich mehr? Schau Dir bitte ganz genau an wie schön ich gemacht bin. Für Dich bin ich so schön gemacht. Nur für Dich bin ich jetzt bei Dir. Berühre mich und spüre wie weich und empfindlich ich bin. Sei vorsichtig mit mir. Drehe meinen Kopf so das ich Dir in die Augen und Du in meine sehen kannst. Spürst Du es? Hast Du mich lieb? Bin ich mehr? Ich bin Dir ausgeliefert. Ich brauche Dich.

Nun siehst Du das meine Füßchen entweder kleine Leinenschühchen anhaben oder das sie in Schaumfolie gewickelt sind, ähnlich wie auch meine Händchen. Wenn Du nun meine Knie anwinkelst kannst Du mich aus der Kiste heben. Am besten legst Du mich gleich auf Deinem Bett auf eine weiche Decke. Nun strecke alle meine Glieder wieder so aus wie ich in der Kiste lag. Entferne nun vorsichtig die Schaumfolien. Wirklich sehr vorsichtig, das Du mich nicht verletzt, denn ich kann nicht aua sagen. Hast Du nun alles entfernt siehst Du mich nun zum ersten mal komplett. Nackt und hilflos. Schau alle Stellen genau an, ob vom Transport etwas beschädigt ist. Gut ist, das Du mich nun ein Stündchen auslüften lässt. Wahrscheinlich rieche ich noch etwas nach „Chemie“ oder muffelig nach Karton. Das sollte normalerweise recht schnell verschwinden. Je nach Hersteller. Streife über meine Haut ob ich rubbelig oder glatt bin. Normalerweise bin ich eingepudert und schön glatt.

Was spürst Du? Bin ich mehr?

Findest Du mich hübsch? Spreche ich Dich an? Welche Instinkte wecke ich in Dir? Spüre genau in Dich hinein, in Deine Empfindungen. Erforsche nun Deine Gefühle für mich. Hast Du mich lieb? Oder bist Du noch ganz irritiert über mich? Vielleicht brauchst Du auch noch Zeit um Dich an mich und meine Anwesenheit zu gewöhnen? Dann nimm Dir die Zeit, ich verstehe das. Ich laufe Dir nicht weg und bin lieb und geduldig. Oder findest Du mich sogar gleich so sehr erotisch das Du mich gleich ausprobieren möchtest? Fangen wir doch mal damit an das Du mir einen Kuss gibst? Ich mag es wenn Du mich sanft küsst. Oder möchtest Du gleich Sex mit mir haben? Nichts lieber als das. Doch bevor Du, aufgeregt wie Du jetzt bist sofort loslegst, schau bitte schnell nochmal hier wie das mit dem Sex mit mir funktioniert. Sei so lieb. Sex mit Deiner Liebespuppe.

Bist Du zufrieden mit mir?

Je nach dem was nun geschehen ist magst Du mich vielleicht anziehen? Denn wenn Du mich hübsch kleidest drückst Du damit auch Deinen Respekt mir gegenüber aus. Egal ob es süße Dessous sind, oder ein Hausmantel. Und vielleicht hast Du auch schon einen schönen Platz für mich? Da bin ich nun mein Liebster. Ab jetzt bist Du nicht mehr alleine. Hast Du schon einen Namen für mich?

Was sollen die Anderen von Dir denken?

„Menschen, die immer daran denken, was andere von ihnen halten, wären sehr überrascht, wenn sie wüßten, wie wenig die anderen über sie nachdenken“ (Bertrand Russell)

„Es ist völlig absurd, das eigene Leben an die Erwartungshaltung anderer anzupassen.“ (Steff Marten)

„Die Belohnung für Anpassung ist, dass jeder Dich mag, außer Du Dich selbst.“ (Rita Mae Brown)

„Ich denke nicht daran, mich selbst einzuschränken, nur weil die Leute nicht akzeptieren, dass ich etwas anders mache.“ (Dolly Parton)

„Wir dürfen uns nicht durch die begrenzten Vorstellungen anderer Leute definieren lassen“ (Virginia Satir)

Die Puppe und der Besuch. Oh Verdammt, da kommt Besuch! Der oberflächliche Rat, Dir einfach eine „Scheißegal- Einstellung“ zuzulegen ist nach meiner Erfahrung nicht genug. Nicht jeder von Euch Menschen ist gleich. Einer hat ein angeboren dickes Fell, den es nicht juckt was andere denken. Ein Anderer ist selbstbewusst und sagt sich, sie ist nun einmal jetzt da, andere werden sie sehen, ich erkläre das sachlich und gut ist.

Oder wie Steff es macht, die Leute langsam an das Thema heranführen, Aufklärung leisten und schließlich stellte sich heraus das keiner – aber auch wirklich gar keiner bisher darauf seltsam unwirsch reagiert hat. Alle Menschen die ihm was bedeuten wissen es – und es hat sich gar nichts geändert. Ganz im Gegenteil, viele fragen nach und mögen ab und zu mal hübsche Bilder sehen. Interessieren sich, auch wenn sie selbst keine möchten. Und ein paar Leuten ist das völlig wurscht und sagen – na, mach Dein Ding, Steff. Alles cool.

Gilt das für alle?

Keineswegs. Jeder findet seinen Weg und seine Rezeptur wie er, oder sie, vor anderen Menschen damit umgeht. Steff ist aber dennoch überzeugt das Offenheit ist beste Weg ist, weil es der Weg der Wahrheit ist, der einzige Weg ist die grundlose Tabuisierung zu durchbrechen. Sein Standpunkt ist, verurteilt mich nicht bevor ihr genau wisst worum es wirklich geht. Und so funktioniert es, denn der Erfolg gibt ihm Recht. Darum gibt es diese Webseite. Sie ist für Euch!

Die Familie kommt zu Besuch.

Es ist sicher nicht unbedingt jetzt klug sie unvorbereitet, gleich gegenüber der Eingangstür, in das üppige F-Dekolleté Deiner in ein Hauch von Nichts gekleideten Liebespuppe anrennen zu lassen. Du musst ihnen das nicht wirklich aufnötigen. Und schon gar nicht wenn alle beisammen sind. Deswegen ist es sicher besser sie zunächst dort zu lassen wo niemand ungefragt hingeht – im Schlafzimmer z.B. Tür zu, Schlüssel rum – aus die Maus. Logisch das es befremdlich ist wenn sie schon am gedeckten Tisch sitzt und erstmal alle auf ihre prallen ideal geformten Möpse starren. Das wäre eine schonungslose Methode mit der Brechstange und auch ein Stück weit Rücksichtslos.

Kommt aber vielleicht nur Deine Schwester, oder Bruder, Mama oder Papa vorbei… führe die Dir wichtig sind mit etwas Fingerspitzengefühl heran. Das geht z.B. so: Richte sie richtig gut her, gute Kleider und Schuhe, geschlossen und seriös, nicht zu sexy. Die Frisur top und schön gekämmt, und duftender Puder. Sie soll eine angenehme und ansprechende Erscheinung sein. Schließlich erwünscht Du Akzeptanz. Wichtig ist das sie steht! Dann ist sie respektabel, bekommt Persönlichkeit und Präsenz. Der Blick nach vorne und gib ihr einen ordentlichen Namen. Sie darf nicht billig aussehen, nein – sie muss umwerfend sein. Mit Stil.

Die Doll ist Dein Spiegel – sieht sie lächerlich aus machst Du Dich lächerlich

Gib ihr in Deinem Wohnzimmer einen angemessenen Platz, nicht zu präsent, aber doch so das sie nicht übersehen werden kann. Gib ihr etwas sinnvolles in die Hand, und wenn es ein altes Smartphone ist oder ein Büchlein. Richte alle ihre Glieder authentisch aus und achte auf die Finger. Die darf auf keinen Fall auch nur im Geringsten beknackt aussehen, schielen oder der Lächerlichkeit preisgegeben werden. Die Doll ist Dein Spiegel – sieht sie lächerlich aus machst Du Dich lächerlich. Wäre die Doll Deine Frau – Du würdest nicht wollen das andere sie lächerlich finden. Stell Dir vor es wäre Deine Frau. Das gilt für beide Geschlechter-Rollen. Bist Du ein Mädchen (Oder Junge) und hast eine Männliche Doll ist das genau das selbe Ding.

Dann kommen Fragen…

Dein Papa fragt vielleicht, „was ist das denn..?“ „Ah ja, das ist meine Puppe Karin, weisst Du? Ist ’ne ganz stille.“ Hier schwingt, je nach Unterton, etwas Vorurteil, Skepsis und Irritation mit. Nicht viel Reden, fragen lassen und klug antworten.

Fragt er jedoch, „wer ist denn das?“ …dann hast Du eigentlich schon gewonnen wennst es nicht gleich voll verkackst und sagst, dass es Deine Sexpuppe ist. Das wäre wirklich dumm und unangemessen und war auch nicht die Frage. Denn wenn jemand „wer“ fragt, dann hat die Persönlichkeit der Doll gewirkt. „Das ist Karin, seit sie da ist fühle ich mich hier nicht mehr so arg alleine, verstehst Du? Wie findest Du sie?“ (Offene Frage – immer gut!)

Denn das Du mit ihr (vielleicht) Sex hast oder nicht, oder haben könntest,… Ernsthaft jetzt, das geht ja nun mal wirklich niemanden im Entferntesten etwas an!

Alles weitere und wie das Gespräch verlaufen könnte ist rein hypothetisch. Menschen denen Du wichtig bist würden Dich niemals wegen einer Doll plötzlich verachten, schneiden oder geringschätzen, den Du bist ja immer noch Du selbst. Aber Du befürchtest es, richtig? Nun – Du kannst Dich natürlich ständig weiter von Deinen Befürchtungen quälen lassen, oder denen mit Rückgrat begegnen. Denn Du hast Dich ja nicht verändert sondern nur Dein Inventar. Wegen der Anschaffung eines Kleiderständers würde Dich auch niemand ächten.

Aber jeder wird irgendwann fragen: „Was kann man damit machen?“ völlig menschliche Frage. Jetzt hast Du alle Möglichkeiten. „Och, man kann sie hübsch anziehen, Fotos machen, sie kann auch mal meine Jacke halten.“ „Und was sonst noch?“ – Aha – hier will jemand etwas mehr wissen. „Nun, sie schminken oder mal die Haare ändern, das entspannt mich bei all dem Stress in der Welt.“ „Ok, und kann man auch… naja Du weißt schon…?“ Jaaah – Hey-hey, hier weiß einer eigentlich schon bescheid aber will es nicht zugeben. „Was genau meinst Du?“ Er/Sie soll Klartext reden! „Naja, kann mit ihr auch so Sachen machen?“ Hust-Hust alles klar, nun zum Angriff übergehen, aber klug! „Du meinst Sex? Also wenn man das denn unbedingt möchte kann man das sicher, sie ist zumindest entsprechend ausgestattet.“

[Die Katze ist aus dem Sack und die Wahrheit auf dem Tisch. Alles weitere wird intim und ist Deine persönliche Entscheidung wem Du das erzählst und wem nicht.

Das Versteckspiel

Deine Liebespuppe zu verstecken ist furchtbar, weil Du nicht Du selbst sein kannst, was nötig ist um glücklich zu sein. Das wird Dich auf Dauer unglücklich machen und auffressen, weil Du irgendwie immer lügen musst. Und das nur, weil Du meinst für Andere jemand sein zu müssen, der Du aber in Wahrheit gar nicht bist. Es geschieht dann genau das Gegenteil von dem, was Deine Püppi für Dich sein soll.

Deine Liebespuppe sollte Dich frei machen, aber Du selbst hast sie zu Deinem Gefängnis gemacht.

]„Wer sich zum Wurm macht, soll nicht klagen, wenn er getreten wird.“ (Immanuel Kant)

Jetzt wirst Du 1000 Argumente finden warum gerade Du sie aber doch unbedingt verstecken musst! Und das es ja an den Anderen liegt, dsas Du das tun musst. Ich weiß, es sind ja immer die Anderen oder die Umstände. Aber ich weiß auch, mit Argumenten kann man alles erklären. Aber gut und richtig ist es deswegen noch lange nicht. Nur wenn Du frei bist ist es richtig! Das spürst Du und das weißt Du und wünscht Du Dir auch. Aber die Leute, was sollen die von mir halten..? Dann meine Familie, meine Ex,… von Zweifeln und Befürchtungen geplagt – hach – lieber doch verstecken. Sie könnten einen falschen Eindruck von mir bekommen. Welchen denn? Welcher Eindruck wäre denn falsch und welcher richtig? Ist der richtige Eindruck der, den Andere von Dir zu haben Du wünscht?

Den wahren Eindruck, den jemand von Dir hat erfährst Du ohnehin nie!

Genauso wenig wie den Eindruck mit dem nun neuen Wissen um Deine Doll. Diesen neu gewonnen, wahren Eindruck, den sie nun haben könnten, erfährst Du auch niemals. So what? Was befürchtest Du?

Das sind nur Empfehlungen

Schließlich bist Du die Person und Du entscheidest. Du willst sie weiter verstecken? Mach es. Aber so wirst Du niemals die Freiheit finden nach der es Dir verlangt. Und alles das wegen anderer Menschen, von denen Du nur befürchtest, sie könnten es nicht akzeptieren. Du selbst lässt eine Eventualität Dein Leben beeinflussen, indem Du selbst es zu etwas gegenwärtigem gemacht hast was nicht gegenwärtig ist. Und so lässt Du Dich von etwas nicht vorhandenem quälen. Nur das was wirklich vorhanden ist, das kann Dich quälen. Aber Gegenwärtiges geht vorbei und dann, ja – dann bist Du endlich frei!